Zu Gast beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln
Wie bereiten sich Astronautinnen und Astronauten auf zukünftige Mondmissionen vor? Wie trainiert man für Monate auf einer Raumstation, ohne die Erde zu verlassen? Und warum zählt ausgerechnet Mondstaub zu den größten Herausforderungen der modernen Raumfahrt? 24 Mitglieder der Astronomischen Vereinigung Vulkaneifel erhielten beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) exklusive Einblicke in Forschung, Astronautentraining und die Zukunft der europäischen Raumfahrt – ein Tag voller beeindruckender Begegnungen, spannender Geschichten und vieler kleiner Wow-Momente.
Ein Tag, auf den man sich lange freut
Vom Vereinsausflug zur Reise in die Zukunft der Raumfahrt
Für 24 Mitglieder der Astronomischen Vereinigung Vulkaneifel begann diese Reise nicht mit einer Rakete, sondern mit einem Vereinsausflug nach Köln – zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Der Anlass dafür liegt buchstäblich über uns: Mit dem Artemis-Programm bereiten sich internationale Raumfahrtagenturen derzeit auf die Rückkehr des Menschen zum Mond vor, und Europa leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Der Mond ist damit nicht mehr nur Beobachtungsobjekt am Teleskop, sondern wieder Ziel bemannter Missionen – ein guter Grund für einen Verein wie unseren, genauer hinzuschauen.
Schon bei der Ankunft auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ist klar: Das hier ist keine gewöhnliche Besucherattraktion. Bevor wir das Gelände überhaupt betreten durften, erfolgte die Anmeldung am Besuchertor. Der Werkschutz überprüfte die zuvor angemeldete Teilnehmerliste und kontrollierte die Personalausweise aller Besucher. Anschließend erhielten wir persönliche Besucherakkreditierungen, die uns für diesen Tag den Zugang zu den vorgesehenen Bereichen des DLR ermöglichten. Erst danach öffnete sich das Besuchertor zu einem Forschungsstandort, der der Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleibt.
Mit dem Passieren des Besuchertors begann nicht nur unsere Führung, sondern auch ein Blick hinter die Kulissen der europäischen Raumfahrt. Dass wir uns dabei in einem sicherheitsrelevanten Forschungsumfeld bewegten, zeigte sich auch an den Regelungen für Foto- und Videoaufnahmen. Fotografieren war ausschließlich in der LUNA Analog Facility sowie – als besondere Ausnahme – in ausgewählten Bereichen des European Astronaut Centre (EAC) gestattet. In allen übrigen Einrichtungen waren Foto- und Videoaufnahmen aus Sicherheits- und Datenschutzgründen strikt untersagt.
Schon die ersten Schritte über das Gelände zeigen, welche Bedeutung dieser Standort besitzt. Das DLR in Köln zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Zentren der deutschen und europäischen Raumfahrt. Rund 1.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter forschen hier an Themen, die von der Luftfahrt über Robotik bis hin zur Raumfahrtmedizin reichen. Gleichzeitig befinden sich hier das Europäische Astronautenzentrum (EAC), das :envihab, das Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) und seit 2024 auch die neue LUNA Analog Facility.
Viele Missionen, die heute selbstverständlich erscheinen, haben hier ihren Ursprung oder werden von Köln aus begleitet. Von den deutschen Spacelab-Missionen über MIR bis hin zur Internationalen Raumstation reicht die Geschichte dieses Standorts. Während sich die ISS langsam dem Ende ihrer geplanten Betriebszeit nähert, richtet sich der Blick der europäischen Raumfahrt zunehmend auf das nächste große Ziel: die Rückkehr des Menschen zum Mond.
Genau dieser Wandel sollte sich wie ein roter Faden durch unseren gesamten Besuch ziehen. Unser erster Programmpunkt führte uns deshalb an einen Ort, der wie kaum ein anderer für dieses neue Kapitel der Raumfahrt steht: die LUNA Analog Facility.
Europa trainiert für den Mond
Zu Besuch in der LUNA Analog Facility des DLR & der ESA
Unser erster Programmpunkt führte uns in die LUNA Analog Facility – eine Trainings- und Forschungsanlage, die von der Europäischen Weltraumorganisation ESA gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt betrieben wird. Erst im September 2024 eröffnet, zählt sie heute zu den modernsten Einrichtungen Europas für die Vorbereitung zukünftiger Mondmissionen.
Durch diesen Teil unseres Besuchs führte uns persönlich Dr. Thomas Uhlig. Vielen Mitgliedern der Astronomischen Vereinigung Vulkaneifel war er bereits als Referent einer Vereinsveranstaltung bekannt. Am DLR war er viele Jahre als Columbus-Flugdirektor für den Betrieb europäischer astronautischer Missionen verantwortlich. Heute leitet er als Projektleiter die LUNA Analog Facility und ist darüber hinaus am Aufbau des zukünftigen europäischen Mondkontrollzentrums beteiligt. Kaum jemand hätte uns die Idee und den Anspruch dieser Anlage authentischer vermitteln können.
Noch bevor wir die eigentliche Trainingshalle betraten, zog es unsere Blicke fast automatisch zur großen Glasfront. Dahinter erstreckte sich die künstliche Mondlandschaft der LUNA-Halle – ein beeindruckender erster Anblick. Fast alle aus unserer Gruppe gingen zunächst direkt auf die Fensterfront zu. Dr. Uhlig schmunzelte.
Er merkte an, dass die wirklich beeindruckenden Dinge oft im Kleinen verborgen lägen. Tatsächlich waren fast alle von uns an einem ganz besonderen Exponat vorbeigelaufen: Direkt neben dem Weg lag, geschützt in einem zweifach gesicherten Glaskasten, ein originales Stück Mondgestein. Auf den ersten Blick wirkt es erstaunlich unscheinbar. Ein grauer Stein, kaum größer als eine Hand. Keine spektakuläre Form, keine auffällige Farbe. Und doch stammt dieses Gestein von einem anderen Himmelskörper. Milliarden Jahre alt, entstanden lange bevor es Menschen auf der Erde gab und schließlich durch eine Apollo-Mission zu unserem Planeten gebracht. Gerade seine Schlichtheit machte diesen Moment so besonders.
Nur wenige Schritte daneben durfte Wissenschaft dann selbst erlebt werden. In einem offenen Präsentationskasten befand sich das sogenannte Regolith-Simulat – ein speziell entwickeltes Basaltgranulat aus einem Steinbruch im Rhein-Sieg-Kreis. Anders als das originale Mondgestein durfte dieses Material ausdrücklich berührt werden. Zwischen den Fingern fühlte sich das Granulat zunächst fast wie feiner Sand an. Doch genau an dieser Stelle erklärte Dr. Uhlig einen der entscheidenden Unterschiede zwischen Erde und Mond. Während Sandkörner auf der Erde über Millionen von Jahren durch Wasser, Wind und Gezeiten immer weiter abgeschliffen werden und dadurch ihre charakteristisch runde Form erhalten, gibt es diese Prozesse auf dem Mond nicht. Dort existieren weder eine Atmosphäre, welche hochenergetische Strahlung aus dem All abfängt, noch fließendes Wasser. Selbst nach Milliarden von Jahren besitzen diese Partikel noch ihre ursprüngliche kantige Struktur. Genau deshalb zählt Mondstaub zu einer großen Herausforderung zukünftiger Mondmissionen. Die feinen Partikel haften an Raumanzügen, gelangen in Dichtungen und bewegliche Bauteile und setzen Rovern, Werkzeugen und wissenschaftlichen Instrumenten erheblich zu. Bereits die Astronauten der Apollo-Missionen berichteten von den Problemen, die der allgegenwärtige Mondstaub verursachte. Seine Eigenschaften besser zu verstehen und technische Lösungen dafür zu entwickeln, gehört heute zu den wichtigen Aufgaben der Raumfahrtforschung.
Weitere Informationen zum LUNA-Projekt: Infobroschüre LUNA
Ein Arbeitsplatz 400 Kilometer über der Erde
Wo Europas Astronautinnen und Astronauten ihren Alltag trainieren
Mit dem European Astronaut Centre, kurz EAC, erreichten wir den wohl bekanntesten Bereich des DLR-Standorts. Hier werden seit 1990 die Astronautinnen und Astronauten der Europäischen Weltraumorganisation ESA ausgewählt, ausgebildet und auf ihre Missionen vorbereitet. Gleichzeitig befindet sich hier das medizinische und operative Zentrum für europäische Besatzungen der Internationalen Raumstation. Ab diesem Programmpunkt führte uns Elisabeth Kuhl vom Besucherdienst des DLR durch die weiteren Stationen unseres Besuchs. Mit viel Fachwissen, anschaulichen Erklärungen und spürbarer Begeisterung verstand sie es, auch komplexe Zusammenhänge verständlich zu vermitteln. Dabei blieb genügend Zeit für Fragen, die sie mit großer Geduld beantwortete.
Bereits im Eingangsbereich des EAC erhielten wir einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben des Astronautenzentrums. Hier beginnt die Laufbahn europäischer Astronautinnen und Astronauten – von der Auswahl über die Grundausbildung bis hin zur Vorbereitung auf ihre späteren Missionen. Neben technischem Wissen stehen medizinische Untersuchungen, wissenschaftliche Experimente und das Training für den Alltag an Bord der Internationalen Raumstation auf dem Programm. Doch so spannend diese Einblicke auch waren – der eigentliche Höhepunkt erwartete uns hinter einer unscheinbaren Hallentür.
Die ISS zum Greifen nah
Eine Halle voller Originale
Schon beim Betreten der Trainingshalle wurde es in unserer Gruppe ungewöhnlich ruhig. Vor uns standen mehrere originalgetreue 1:1-Nachbauten der Module der Internationalen Raumstation ISS. Was man sonst nur aus Dokumentationen oder Live-Schaltungen aus dem All kennt, befand sich plötzlich in greifbarer Nähe. Anders als in einem Museum dienen diese Module nicht der Ausstellung. Sie sind Arbeitsplätze. Hier bereiten sich Astronautinnen und Astronauten monatelang auf ihre Missionen vor. Jeder Handgriff, jede Bewegung und jeder Arbeitsablauf wird so oft wiederholt, bis er auch unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit sicher beherrscht wird. Auf den ersten Blick wirken die Module erstaunlich kompakt. Verbindungsluken führen von einem Bereich in den nächsten. Überall verlaufen Kabel, Rohrleitungen und Haltegriffe. Arbeitsplätze, wissenschaftliche Experimente und technische Systeme teilen sich jeden verfügbaren Zentimeter. Erst jetzt versteht man, warum auf der ISS nichts dem Zufall überlassen werden darf.
Das Besonderean unserer Führung war, dass wir die Trainingsmodule nicht nur von außen betrachten, sondern selbst betreten durften. Durch die engen Verbindungsluken zu steigen und sich zwischen den Experimenten und Arbeitsplätzen zu bewegen, vermittelt einen Eindruck, den Fotos oder Videos kaum wiedergeben können. Man beginnt zu verstehen, wie eng der Alltag im Orbit tatsächlich ist und welche enorme Präzision notwendig ist, wenn Menschen über Monate gemeinsam auf engstem Raum leben und arbeiten. Dabei fällt auf, dass nahezu jede Fläche genutzt wird. Was auf Fotos oft wie ein Kabelgewirr erscheint, folgt in Wirklichkeit einer klaren Ordnung. Jeder Griff, jede Halterung und jedes Bedienelement besitzt seinen festen Platz. Diese Ordnung ist keine Frage der Ästhetik, sondern Voraussetzung für sicheres Arbeiten unter Schwerelosigkeit. Beim Gang durch die Module merkten wir immer wieder, wie realistisch diese Trainingsumgebung aufgebaut ist. Für Astronautinnen und Astronauten gibt es später im All kaum Überraschungen. Sie kennen ihren Arbeitsplatz bereits bis ins kleinste Detail. Viele aus unserer Gruppe blieben immer wieder stehen und der Blick wanderte neugierig durch die Module. Manche entdeckten technische Details, andere versuchten sich vorzustellen, wie sich derselbe Ort 400 Kilometer über der Erde anfühlen muss. Für einige sorgte dieser Moment sichtbar für Gänsehaut.
Training für die Schwerelosigkeit
Wenn ein Tauchbecken den Weltraum ersetzt
Schon beim Betreten der Trainingshalle wurde es in unserer Gruppe ungewöhnlich ruhig. Vor uns standen mehrere originalgetreue 1:1-Nachbauten der Module der Internationalen Raumstation ISS. Was man sonst nur aus Dokumentationen oder Live-Schaltungen aus dem All kennt, befand sich plötzlich in greifbarer Nähe. Anders als in einem Museum dienen diese Module nicht der Ausstellung. Sie sind Arbeitsplätze. Hier bereiten sich Astronautinnen und Astronauten monatelang auf ihre Missionen vor. Jeder Handgriff, jede Bewegung und jeder Arbeitsablauf wird so oft wiederholt, bis er auch unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit sicher beherrscht wird. Auf den ersten Blick wirken die Module erstaunlich kompakt. Verbindungsluken führen von einem Bereich in den nächsten. Überall verlaufen Kabel, Rohrleitungen und Haltegriffe. Arbeitsplätze, wissenschaftliche Experimente und technische Systeme teilen sich jeden verfügbaren Zentimeter. Erst jetzt versteht man, warum auf der ISS nichts dem Zufall überlassen werden darf.
Das Besonderean unserer Führung war, dass wir die Trainingsmodule nicht nur von außen betrachten, sondern selbst betreten durften. Durch die engen Verbindungsluken zu steigen und sich zwischen den Experimenten und Arbeitsplätzen zu bewegen, vermittelt einen Eindruck, den Fotos oder Videos kaum wiedergeben können. Man beginnt zu verstehen, wie eng der Alltag im Orbit tatsächlich ist und welche enorme Präzision notwendig ist, wenn Menschen über Monate gemeinsam auf engstem Raum leben und arbeiten. Dabei fällt auf, dass nahezu jede Fläche genutzt wird. Was auf Fotos oft wie ein Kabelgewirr erscheint, folgt in Wirklichkeit einer klaren Ordnung. Jeder Griff, jede Halterung und jedes Bedienelement besitzt seinen festen Platz. Diese Ordnung ist keine Frage der Ästhetik, sondern Voraussetzung für sicheres Arbeiten unter Schwerelosigkeit. Beim Gang durch die Module merkten wir immer wieder, wie realistisch diese Trainingsumgebung aufgebaut ist. Für Astronautinnen und Astronauten gibt es später im All kaum Überraschungen. Sie kennen ihren Arbeitsplatz bereits bis ins kleinste Detail. Viele aus unserer Gruppe blieben immer wieder stehen und der Blick wanderte neugierig durch die Module. Manche entdeckten technische Details, andere versuchten sich vorzustellen, wie sich derselbe Ort 400 Kilometer über der Erde anfühlen muss. Für einige sorgte dieser Moment sichtbar für Gänsehaut.
Forschung für den Menschen im All
Wie bereitet man den Körper auf den Weltraum vor?
Während sich die bisherigen Stationen vor allem mit Technik und Astronautentraining beschäftigten, rückte nun der Mensch selbst in den Mittelpunkt.
Mit dem :envihab betreibt das DLR eine der modernsten Forschungseinrichtungen Europas für Luft- und Raumfahrtmedizin. Der Name steht für Environment and Habitat – eine Anlage, in der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie sich extreme Umgebungen auf den menschlichen Körper auswirken und wie Astronautinnen und Astronauten optimal auf lange Missionen vorbereitet werden können. Das Gebäude vereint Forschungslabore, medizinische Diagnostik, Wohnbereiche und Simulationsräume unter einem Dach. Hier leben Probandinnen und Probanden teilweise über Wochen oder sogar Monate unter kontrollierten Bedingungen, um die Auswirkungen von Isolation, Bewegungsmangel oder veränderten Umweltbedingungen wissenschaftlich zu untersuchen.
Besonders eindrucksvoll war für unsere Gruppe die Vorstellung aktueller Langzeitstudien. Eine davon ist SOLIS100. Sechs Probandinnen und Probanden verbringen dabei 100 Tage in einer simulierten Raumstationsumgebung. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie Menschen mit Isolation, eingeschränktem Raum und langfristigen Missionen umgehen. Die Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Vorbereitung zukünftiger Mond- und Marsmissionen ein.
Nicht weniger beeindruckend waren die Erläuterungen zur sogenannten Bettruhestudie. Was zunächst vergleichsweise harmlos klingt, stellt für die Teilnehmenden eine enorme körperliche und mentale Herausforderung dar. Über einen längeren Zeitraum verbringen sie nahezu ihre gesamte Zeit in einer konstanten 6-Grad-Kopftieflage. Aufstehen ist nicht erlaubt. Selbst Essen, Körperpflege und medizinische Untersuchungen erfolgen in dieser Position. Mit dieser Versuchsanordnung simulieren die Forschenden Veränderungen des menschlichen Körpers, wie sie während längerer Aufenthalte in der Schwerelosigkeit auftreten.
Die Ergebnisse dieser Studien sind von großer Bedeutung. Sie helfen dabei, Trainingsprogramme zu entwickeln, medizinische Risiken besser zu verstehen und Gegenmaßnahmen zu erarbeiten, damit Astronautinnen und Astronauten auch nach monatelangen Missionen möglichst gesund zur Erde zurückkehren.
Spätestens hier verstanden wir: Raumfahrt umfasst weit mehr als Raketenstarts und spektakuläre Bilder aus dem All. Hinter jeder Mission stehen Jahre wissenschaftlicher Forschung – und Menschen, die bereit sind, ihren Körper in den Dienst dieser Forschung zu stellen.
Wissenschaft im Orbit
Von Köln aus bis auf die Internationale Raumstation
Unsere letzte Station führte uns in das MUSC – Nutzerzentrum für Weltraumexperimente.
Hier endet die Vorbereitung einer Mission nicht mit dem Start einer Rakete. Vielmehr beginnt von hier aus die wissenschaftliche Betreuung zahlreicher Experimente, die auf der Internationalen Raumstation durchgeführt werden. Das MUSC fungiert als Schnittstelle zwischen Forschungseinrichtungen auf der Erde und den Astronautinnen und Astronauten im All. Wissenschaftliche Experimente werden geplant, überwacht und ausgewertet. Treten während einer Mission Fragen oder technische Probleme auf, erfolgt die Unterstützung häufig direkt aus Köln.
Während unserer Führung erhielten wir unter anderem Einblicke in den Elektromagnetischen Levitator (EML). Dieses außergewöhnliche Experiment ermöglicht es, Metalle und Legierungen unter Schwerelosigkeit berührungslos zu schmelzen und wieder erstarren zu lassen. Dadurch lassen sich Materialeigenschaften untersuchen, die unter den Bedingungen der Erdschwerkraft nicht beobachtet werden können. Neben der Materialforschung standen auch aktuelle planetare Missionen im Mittelpunkt. Besonders spannend war die Geschichte des Marsbohrers HP³, besser bekannt als der Maulwurf. Eigentlich sollte sich das Instrument mehrere Meter tief in den Marsboden arbeiten und dort Temperaturmessungen durchführen. Doch der Boden am Landeplatz erwies sich als völlig anders als erwartet. Statt ausreichend Halt zu bieten, war er so fest verkrustet und gleichzeitig locker aufgebaut, dass sich der Bohrmechanismus nicht wie geplant vorarbeiten konnte.
Gerade dieses Beispiel zeigt, wie eng Erfolg und Rückschlag in der Raumfahrt oft beieinanderliegen. Jede Mission liefert neue Erkenntnisse – selbst dann, wenn sie ihre ursprünglichen Ziele nicht vollständig erreicht.
Mit diesem letzten Programmpunkt endete unser Rundgang durch das DLR. Was blieb, waren nicht nur zahlreiche neue Informationen über die europäische Raumfahrt, sondern vor allem ein tieferer Einblick in die Menschen, die täglich daran arbeiten, den nächsten Schritt ins All vorzubereiten.
Mehr als ein Vereinsausflug
Wenn Eindrücke nachwirken
Nach mehreren Stunden voller Eindrücke machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Vulkaneifel.
Im Bus war es ungewöhnlich ruhig. Jeder hing seinen Gedanken nach. Manche schauten aus dem Fenster, andere blätterten noch einmal durch die Fotos auf ihrem Smartphone. Es schien, als würde jeder die Eindrücke des Tages noch einmal für sich Revue passieren lassen. Vielleicht ist genau das das Besondere an solchen Exkursionen. Sie vermitteln nicht nur Wissen. Sie schaffen Erlebnisse, die nachwirken. Sie lassen uns Orte entdecken und bringen uns mit Menschen ins Gespräch, die mit ihrer täglichen Arbeit die Zukunft der Raumfahrt gestalten. Während unseres Besuchs begegneten wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Mitarbeitenden, die mit großer Leidenschaft an den nächsten Schritten der europäischen Raumfahrt arbeiten. Für sie sind Mondmissionen keine Science-Fiction, sondern konkrete Projekte, an denen bereits heute geforscht, geplant und trainiert wird.
Gerade dieser unmittelbare Austausch machte den Besuch so besonders. Forschung blieb nicht abstrakt, sondern bekam Gesichter, Geschichten und Persönlichkeiten. Solche Begegnungen gehören zu den Zielen der Astronomischen Vereinigung Vulkaneifel. Astronomie bedeutet für uns weit mehr als der Blick durch ein Teleskop. Sie lebt vom Austausch zwischen Menschen, vom gemeinsamen Staunen und vom Verständnis für die wissenschaftlichen Zusammenhänge, die unser Bild vom Universum prägen.
Exkursionen wie diese schaffen genau diese Verbindung. Sie erweitern den Horizont, wecken neue Fragen und zeigen, wie faszinierend Wissenschaft sein kann, wenn sie unmittelbar erlebt wird.
Unser herzlicher Dank gilt dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt für die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen dieser außergewöhnlichen Einrichtung werfen zu dürfen. Ein besonderer Dank gilt Dr. Thomas Uhlig, der uns die LUNA Analog Facility persönlich vorstellte und spannende Einblicke in die zukünftige Mondforschung gab. Ebenso bedanken wir uns herzlich bei Elisabeth Kuhl vom Besucherdienst des DLR, die unsere Gruppe mit großem Engagement, Fachwissen und spürbarer Begeisterung durch die weiteren Bereiche des DLR führte. Ein weiterer Dank gilt allen Organisatorinnen und Organisatoren sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.
Wir sind dem Mond an diesem Tag alle ein „Stück“ nähergekommen.















