Herbert Hecker, ein fleißiger Leser unseres Newsletters, konnte leider nicht an unserer Veranstaltung zum Astronomietag 2026 „Der Mond mit Goldenem Henkel – Abendstern Venus – Riesenplanet Jupiter“ teilnehmen.
Herbert Hecker, ein fleißiger Leser unseres Newsletters, konnte leider nicht an unserer Veranstaltung zum Astronomietag 2026 „Der Mond mit Goldenem Henkel – Abendstern Venus – Riesenplanet Jupiter“ teilnehmen.
Die Astronomische Vereinigung Vulkaneifel am Hohen List e.V. (AVV) öffnet am 23.4.2026 dafür das Observatorium Hoher List und gibt dir einen direkten Einblick in die Welt der Astronomie und Astrophysik.
Rund 100 Besucher folgten unserer Einladung zum Tag der Astronomie.
Ausstellung "View from above" am 28. März 2026 | Nürnberg, Breite Gasse 89–91, Website: viewfromabove.art
Erster Teil: Technik, Ausbildung und das Leben im All
Der erste Abschnitt der Ausstellung hat mich ehrlich gesagt am meisten überrascht – nicht weil ich nichts erwartet hatte, sondern weil die Tiefe des technischen Inhalts über das hinausging, was ich von einer Wanderausstellung erwartet hätte.
Die Ausstellung erzählt die Reise eines Astronauten von der Ausbildung über das Leben an Bord der Internationalen Raumstation bis hin zum überwältigenden Blick auf unseren Planeten aus 400 Kilometern Höhe. Dieser Bogen wird im ersten Teil sehr konkret aufgespannt. Die Astronautenausbildung wird nicht als Heldengeschichte inszeniert, sondern sachlich dargestellt: jahrelange Selektion, wissenschaftliche Grundlagenausbildung, Simulatortraining, Überlebenstraining – der Weg zur ISS ist ein langer, systematischer Prozess.
Besonders beeindruckt hat mich die Sektion zu den Raumanzügen. Die begleitende Sonderausstellung „Inside the Suit“ des Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseums macht die Entwicklung des Raumanzugs mit originalen Exponaten sichtbar. Als jemand, der sich für Technik interessiert, war das für mich einer der stärksten Momente der gesamten Ausstellung. Ein moderner Raumanzug ist kein Schutzanzug im klassischen Sinne – er ist ein vollständig autonomes Lebenserhaltungssystem: Druckregulierung, Sauerstoffversorgung, Temperaturkontrolle, Kommunikation. Alles integriert in eine Hülle, die gleichzeitig beweglich genug sein muss, um Außeneinsätze an der ISS zu ermöglichen.
Genauso fesselnd war der Einblick in die Lebenserhaltungssysteme der Station selbst: Wasserrecycling, CO₂-Filterung, Sauerstoffgenerierung per Elektrolyse. Auf der ISS ist jede biologische Funktion der Besatzung Teil eines technischen Kreislaufs.
Der zweite Teil hatte einen anderen Charakter – ruhiger, weiter. Und er hat mich stärker berührt als erwartet.
Terry Virts verbrachte insgesamt 213 Tage im All, unternahm über 19 Stunden Weltraumspaziergänge und fertigte dabei tausende Aufnahmen unseres Planeten an. Präsentiert in abgedunkelten Räumen – und man merkt schnell: Terry Virts ist zwar der Fotograf, aber der eigentliche Künstler ist die Natur selbst.
Die Verästelung eines Flusses durch eine Wüstenebene. Das Grün der Polarlichter über dem Atlantik. Die Geometrie von Korallenriffen unter der Wasseroberfläche. Keine dieser Kompositionen wurde entworfen – sie entstanden völlig alleine über Jahrmillionen aus dem „Chaos“ und dem Drang der Natur zur maximalen Entropie.
Das erinnert mich unweigerlich an Carl Sagans berühmte Reflexion über die Voyager-1-Aufnahme von 1990 – den „Pale Blue Dot“. Sagan beschrieb unseren Planeten damals als einen winzigen, blassen Punkt im Dunkel des Kosmos und zog daraus eine klare Schlussfolgerung: Es gibt nichts außerhalb dieses Punktes, das uns retten wird. Alles, was wir haben und kennen, befindet sich auf dieser einen Oberfläche. Man braucht keine Bildunterschrift, die erklärt, warum dieser Planet es wert ist, ihn zu bewahren. Die Bilder sagen das selbst.
Die Cupola der Internationalen Raumstation – das siebenfensterige Aussichtsmodul der ISS – war Terry Virts‘ wichtigste Kameraposition. Ursprünglich primär für Andockmanöver und den Roboterarm der Station konzipiert, wurde dieses technische Interface zur Plattform für eine neue Ästhetik der Erdbetrachtung. Ich finde das bemerkenswert: Ein Ingenieursbauwerk wird zum Fenster in etwas, das man kaum anders als Schönheit nennen kann.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 26. April 2026, täglich von 10 bis 18 Uhr, in der Breiten Gasse 89–91 in Nürnberg – direkt in der Fußgängerzone, U-Bahn-Station Weißer Turm. Der Besuch dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten; wer den Audioguide vollständig nutzt, kann auch drei Stunden verbringen. Den Audioguide würde ich ausdrücklich empfehlen – er wird von Terry Virts selbst gesprochen und gibt den Exponaten einen persönlichen Kontext, den man sonst nicht bekommt. Eigene Kopfhörer mitbringen.
Nach Stationen in Graz und Augsburg ist Nürnberg die dritte und aktuell letzte bekannte Station der Wanderausstellung in der deutschsprachigen Region. Weitere Termine in Deutschland sind bisher nicht angekündigt.
Wer Interesse hat: Tickets gibt es online unter viewfromabove.art oder an der Tageskasse vor Ort.
Unsere Sternkarte zeigt den gestirnten Himmel für 23 Uhr Sommerzeit. Dann wird der Sternenhimmel von den Frühlingssternbildern beherrscht. Genau in Südrichtung findet man jetzt das Sternbild Löwe, dessen Figur in der Tat an eine liegende Raubkatze erinnert. In südöstlicher Richtung sorgen zwei Lichter für Aufmerksamkeit: Spica, Hauptstern der Jungfrau, und höher am Himmel der orange Arktur im Sternbild Bootes. Arktur, Spica und Regulus spannen das sogenannte Frühlingsdreieck auf.
Der Große Wagen (ein Teil des Sternbildes Großer Bär) ist jetzt senkrecht über unseren Köpfen zu finden. Zwischen ihm und dem Löwen haben nur die unscheinbaren Sternbilder Kleiner Löwe, Jagdhunde und das Haar der Berenike ihren Platz. Ähnlich verhält es sich mit dem Gebiet zwischen Löwe und Horizont: Hier schlängelt sich die lichtschwache Wasserschlange, der Sextant tritt kaum hervor, meist kann man nur Becher und Rabe aufgrund der prägnanten Formen erkennen.
Hoch im Südwesten leuchtet Jupiter in den Zwillingen.
Merkur ist Anfang April fast 28 Grad von der Sonne entfernt, zeigt sich wegen seiner südlichen Lage bei uns aber nicht am Morgenhimmel.
Venus zieht vom Widder in den Stier, unser innerer Nachbarplanet leuchtet tief in der westlichen Abenddämmerung. Am 18. April steht die schmale Mondsichel unterhalb von Venus, am 19. oberhalb, direkt neben den Plejaden. Am 23. kommt es zu einer nahen Begegnung mit Uranus.
Mars ist vom Wassermann in die Fische gewechselt und läuft anschließend durch den Walfisch. Bei uns taucht Mars noch nicht am Morgenhimmel auf, aber von der Südhalbkugel aus ist am 20. eine Konjunktion von Mars, Merkur und Saturn zu sehen.
Jupiter in den Zwillingen ist nach dem Untergang von Venus der hellste Planet der ersten Nachthälfte.
Saturn stand Ende März in Konjunktion mit der Sonne und taucht noch nicht wieder am Morgenhimmel auf.
Uranus im Stier verabschiedet sich am Abendhimmel. Die enge Begegnung mit Venus am 23./24. April findet tief über dem Westhorizont statt.
Neptun hat wie Saturn seine Konjunktion mit der Sonne gerade hinter sich – der sonnenferne Planet bleibt unsichtbar.
